KategorieWillkommen Unbestimmtes!

Geheimwissen


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In den Jahrzehnten des Wachstums ist uns die Weisheit der Entbehrung abhandengekommen. Verzicht und die Pflege und Reparatur von Dingen zählen nicht zu unseren Lieblingsbeschäftigungen, denn ihnen haftet eine Patina des Rückständigen oder gar des Scheiterns an. Stattdessen haben wir die „Weisheit der Fülle“ für uns entdeckt. Aber wer lehrt uns, unsere Gier zu zügeln?
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Ich schaue mir an einem Abend alle acht Folgen einer Serie über den Hernalser Friedhof an. Danach geht es mir, als hätte ich zwei Flaschen Wein alleine geleert: Kopfweh, Übelkeit. Verspannung. Ich kann lange nicht einschlafen.
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Das ist schon eigenartig – vor Tausenden von Jahren hat es der Mensch intuitiv gewusst, dass Kunst existentiell ist. Und jetzt muss man es beweisen, um es zu glauben. Der Mensch ist ein unergründliches Wesen.
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Am 31. Sterbetag meines Vaters kommt wieder einmal die Frage auf: „Welche gute Nachricht kam jemals per Telefon?“
Ich hebe nicht mehr ab.
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Wichtig ist: rechtzeitig schwimmen lernen!
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Ein poetisches Leben macht glücklich, und Postkarten sind sexy.

Vereinsamen


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Mich zu verschwenden, das macht mir keine Angst. Eher fürchte ich mich davor, zu vereinsamen, vergessen zu sein, bevor ich weg bin.

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Wir schmieden keine Pläne. Ich bekomme warme Socken und Licht in einem Buch geschenkt. Hoffentlich lassen wir uns in der kurzen Lebensspanne, die wir auf Erden verbringen, niemals mehr außer acht.

3
In einer Welt, die sich verschworen hat, jeden zu einem von vielen zu machen, liegt echtes Heldentum darin, genau und gerade man selbst zu sein. Dann ist man auch nicht allein.

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Wenn ich lese, füge ich meinem eigenen Leben das Leben anderer Zeiten hinzu. Ich weiß mich in der Gemeinschaft von Menschen vergangener tausender Jahre. Meine Zeit dehnt sich großzügig in die Geschichte hinein aus.

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Der Sohn beschreibt sein Abschiednehmen, als wir die letzten Dinge seiner Großmutter wegräumen. Ihm fällt es wie Schuppen von den Augen, dass auch er sterblich ist. Jetzt weiß er noch sicherer, dass er Kinder haben möchte – nicht zuletzt, damit es einmal jemanden gibt, der seine Sachen wegräumt. „So egoistisch bin ich!“, meint er.
Familie scheint zu bleiben …

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Geh täglich mit jemandem für mindestens eine halbe Stunde lang spazieren!

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Mir ist kalt, und ich rufe nach „Mutti!“, so laut, dass sie mich jetzt sogar einmal am Telefon zurückruft, um nachzufragen, ob es mir schon besser geht. Irgendetwas in mir sehnt sich nach Geborgenheit und Wärme, nach ständiger Geborgenheit und nicht enden wollendem Wohlbehagen.

Dazwischen II


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Die kostbare Möglichkeit eines letzten Gesprächs.
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„Ich bin dankbar, dass ich auf mein Herz gehört habe und gestern noch bei ihm war.“
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Die Camera Obscura liegt vor mir auf dem Tisch. Ich muss noch ein sehr leichtes und sehr dunkles Tuch suchen, um sie im Freien abzudecken. Die Aufnahmen, die man damit machen kann, wirken wie aus einem Traum gestanzt.
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Und dann liegen da auch noch an die 30 Foto-Porträts von mir auf dem Tisch. Alle sind in elfenbeinfarbene Passpartouts gesteckt. Mich selbst in diesen unterschiedlichen Weisen zu erkennen, erfüllt mich mit warmer Zufriedenheit.
5
Die Zeit reicht nicht aus – niemals, der Tag, an dem ich endlich alles im Griff habe, wird nie kommen. Ich warte auf die Pause zwischen zwei Gedanken, während ich am Fenster sitze und in den Himmel starre. In dieser Lücke ruhe ich mich aus.
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Ich höre den Ratschlag: „Wenn Ihr Partner nach Hause kommt, unterbrechen Sie für 20 Sekunden alles, was Sie gerade tun, begrüßen Sie ihn und schenken Sie ihm für ein paar Minuten Ihre ungeteilte Aufmerksamkeit.“ Ob ihm das taugt, frage ich mich.
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„Schreibst du Tagebuch?“
„Nein, ich merk mir das alles!“

Rauchwolke


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Ein Gedanke fliegt am Morgen wie eine Rauchwolke vorbei, eine ganz helle, kaum sichtbare: vielleicht denke ich viel zu sehr nur an uns und lasse so viele andere Menschen um mich links liegen.
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Sie spaziert mit mir durch die Stadt. Vor dem Supermarkt treffen wir einen Obdachlosen. Er ist einer von sechs im Städtchen. Für zwei von ihnen hat sie schon ein Winterquartier gefunden. Dieser eine meint, sie solle ihm einen guten Schlafsack besorgen, damit er auch im Freien übernachten kann und nicht am Bahnhof. Sie spricht mit ihm sehr pragmatisch, klar und auf Augenhöhe. Sie nähert sich mir mehr und mehr.
3
Ich bekomme rote Schuhe aus Venedig geschenkt.
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Sie sagt mir, dass meine zeitweilige Manie, die mich dann in die Erschöpfung treibt, nicht so schlimm ist. Ich sei doch Künstlerin. Und die leben eben so. Das ist sehr großzügig von ihr gesprochen!
5
In der Portiersloge tauschen wir einige Geschichten über den verstorbenen Krankenhauspfarrer aus. Er war zeitlebens ein Grenzgänger. In seinen sehr späten Jahren hat er Obdachlose in der Sakristei versteckt und diejenigen, die ihn ständig um Geld angepumpt haben, mit seinem letzten Hemd unterstützt. Er hat Autofahrten als Geisterfahrer auf der Autobahn überlebt und ständig andere Autos beim Ein- und Ausparken beschädigt, ohne es zu bemerken. Er glaubte an die Existenz Gottes und an ein Weiterleben im Paradies. Er hat an ein leidenschaftliches und kompromissloses Leben geglaubt. Den Portieren hat das getaugt.
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Ist der Mensch erst am Sterbebett gut? Der Mensch ist erst am Sterbebett gut.
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Musik, die im Nebenbei im Raum schwebt …

Überweltlich


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Ihr Besuch lässt mich verstört zurück. Sie ist dem Tod schon sehr nahe. Ich möchte ihr Trost nachschicken und etwas Weiches, Warmes. Ich möchte mich damit trösten.
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Also, was bleibt? – Sicherlich der Moment der Hingabe!
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Dass die Mölltaler Verwandten für ein paar Tage in Wien weilen, ist für uns alle irgendwie aufregend. Wir sind vor allem mit den öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs und gehen viel zu Fuß. Wir tragen ein bisschen dick auf mit dem „Speisen ohne Grenzen” am Yppenplatz. Ute Bock hat es möglich gemacht, und der Vorspeisenteller, den wir dort essen, schmeckt wunderbar Wir sind guter Laune und Integration ist plötzlich kein Thema mehr.
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Der Freund aus Südtirol bringt unsere eigene, energiegeladene Kindheit zur Sprache: „Da war doch auch so viel los und wir haben es locker geschafft, glücklich zu sein … wenn ich einen bunten Abendhimmel sehe, denke ich an die Kindheit. Wir alle denken mittlerweile gerne an diese scheinbar unbeschwerten Tage zurück. Und wie provinziell das alles war! Und wie gerne hätten das alle auf der Welt wieder, dieses Provinzielle!“
5
Amerika macht mich fertig. Also, Trump, das macht mich richtig fertig.
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Angst, Schmerz, Traurigkeit … das sind doch noch keine Krankheiten, sondern Gefühle, die zu einem erfüllten Leben gehören! Ich empöre mich über die Pathologisierung des Lebens.
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Wie wäre das denn, wenn es ehrenamtliche Psychologinnen und Psychologen gäbe?
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Ich funktioniere und freue mich darüber.
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Wie wäre es, meine Aufgabe im Leben so zu sehen, ganz hinten zu sitzen und auf niemanden Eindruck machen zu müssen? Niemandem etwas verkaufen zu müssen. Mir nicht einmal die Haare kämmen zu müssen. Ein Leben in größtmöglicher Freiheit zu verbringen?

Krematorium


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Die Tochter nimmt sich von Omas letzten Dingen drei Mäntel, zwei Hüte, zwei Paar Schuhe, eine Jacke, ein paar Leiberl, Schmuck und einen Rosenkranz. Dass wir nun endgültig ihr Haus ausräumen, berührt uns alle auf unsere eigene Art und Weise. Man ist durch den Wind, traurig, möchte möglichst schnell alles hinter sich bringen. Der Auftrag, bescheiden zu leben und freundliche Kompromisse zu finden, liegt in der Luft. Wir sind alle mittendrin im Sterben.

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Erst heute sehe ich zum ersten Mal die Spinnerin am Kreuz. Ich besuche eine Ausstellung im nahen Wasserturm. Der Park rundherum ist gut gepflegt. Der Bezirk rundherum ist nicht meins.

3
Erst heute besuche ich zum ersten Mal ein Krematorium. Ich bin Teil einer Gruppe von 20 Menschen; wir nehmen an einer Führung teil: In Österreich gibt es 17 Krematorien, davon vier in Niederösterreich. Unseres hat eine Ofenlinie. Am Ende bleiben von uns drei bis fünf Kilogramm Asche übrig. So viel Gewicht wie zu Beginn unseres Lebens. In zwei Stunden ist alles vorbei, dann wird aussortiert und gemahlen. Diese Asche sollte nicht geteilt werden. Es gibt Ausnahmen. Manchmal für Handschmeichler oder manchmal 300 Gramm für einen Stein. Die Urnenkapsel wird oft von der Post verschickt. In dieser Verbrennungs- und Versandkette gibt es derart viele Möglichkeiten, Fehler zu machen, dass man das Ganze nun doch nicht zu ernst nehmen sollte. Das ist mein Resümee nach dem Besuch.

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Erst heute besuchen wir das Grab eines von vor einem Jahr verstorbenen Freundes in Plavecky Štvrtok. „Du bist im Angesicht der Menschen, doch kann man deinen Weg nicht sehen. Echnaton“, lesen wir auf dem Grabstein. Wir sehen die stilisierte Darstellung der ägyptischen Sonnenscheibe. Ihre Strahlen führen nach unten, jeder Strahl endet in einer kleinen Hand. Wir sehen auf einem anderen Bild zwei herabhängende Arme mit geöffneten Händen. Unser Freund umarmt uns.

5
Die Grabpflege gehört zu den wichtigsten Dingen in einem Dorf. Ich setze nachts heimlich ein paar Pflanzen auf das Grab meiner Schwiegermutter. Ich möchte dabei nicht gestört werden. Sie fehlt mir nicht. Das ist eine Erkenntnis, die mich sehr wundert.

6
„Es blühte hinter ihr her“ – sagt eine Freundin über ihre verstorbene Mutter.

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Ich liebe die scharfe Latwerge in den Buchteln.

Kisten

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Im Künstlerhaus betrachte ich Wunderkammern.
Ich sehe schon wieder Kisten. Befüllt mit Dystopien. Oleg und Ludmilla. Die Kontinuität der leeren Versprechungen. Widerhall des Spechtes. Die Wege und Irrwege der Errungenschaften. Objektkästen, Assemblagen.
Ich baue weiter an unserem Haus als Wunderkasten. Es gibt ohnehin keine andere Möglichkeit, als sie zu bauen und nach und nach zu befüllen.

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Bei der Führung erfahre ich: Wunderkammern waren die Vorläufer der Museen. Introduction – Naturalia und Artification – Collection, Memoria – Futurum.

3
In unserem kleinen Häuschen geht sich nur die Petersburger Hängung aus.

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Die Fotos der großen Gschnasfeste im Künstlerhaus erinnern mich an die großen Seminarfeste zwischen 1987 und 1990.

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Ein Leporello ist auch eine Art Wunderkammer. Katja Oskamp hat eines für ihren Mann erstellt, mit dem sie nie eine gemeinsame Adresse hatte. Sie ging in ein Fotostudio, und ließ sich in Korsage geworfen ablichten.

6
Der Zehentkeller wird verkauft. So gesehen bin ich noch einmal dankbarer, dass wir diesen Raum als Kokon für unsere Kokons genutzt haben. Ein Raum im Raum im Raum unter der Erde.  Eine Überraschung in der Überraschung in der Überraschung. Wie schön war es, völlig ahnungslos hineinzugehen und sich plötzlich an einem Ort zu wähnen, der überall auf der Welt sein könnte, und sich den eigenen Gedanken hinzugeben, den Phantastereien und erfüllbaren Wünschen. Verflochten, verwoben, ineinander verschlungen und verbunden, ohne sich zu berühren. Die Begegnung des Innersten zur Schau gestellt im Bauch von Mutter Erde.

7
Es freut mich, bereits im im Besitz einer Tontenlade zu sein. Die letzte Kiste.

Gegenwart

Wir sprechen über unsere Gegenwart und unsere Zukunft.
Wir werden nichts verändern, sondern unsere Gedanken immer weiter feinjustieren.

Vertrau doch!


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Atmen

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Ich muss eine Entscheidung treffen.
Still werden. Hören. Wählen und tun.

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Ich habe gehört, dass frühe Reife und ewige Kindheit bedeutende Ingredienzien für ein Künstlerinnenleben sind.

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Das in die Jahre gekommene Künstlerpaar, das im Stadtcafé am Nachbartisch sitzen, gibt ein sehr trauriges Bild ab. Sie versuchen, miteinander ins Gespräch zu kommen, aber es gelingt ihnen nicht. Es hat sogar den Anschein, dass sich die beiden Körper auf die Nerven gehen, nicht nur die beiden Wesen. Eine Liebe sieht ihr Ende nahen.

5
Wie lange trägt uns das Glück unserer Liebe durch den Alltag?

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Strassergut. Ein bisschen Kitsch, ein bisschen gutes Essen und gutes Trinken, ein bisschen Ästhetik.

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Zur Feier des Tages lesen wir uns laut die Zeitungsartikel vor, die darüber schreiben, warum wir die Franzosen doch mögen, obwohl wir sie nicht lieben.. Joseph Roth spielt dabei eine Rolle. Und die Frauen in der Bretagne, die immer ihren Mann stellen mussten, weil die Männer auf See waren.
In einer anderen Passage wird die typische Parieserinnen unter anderem so beschrieben, dass sie sich täglich Croissants in sich reinstopft, nie dick wird, betörend hübsch ist, ohne etwas dafür zu tun, sehr intellektuell und trotzdem lustig-frivol sein kann, sich zwei bis drei Liebhaber hält, zugleich aber auch eine sehr glückliche Ehe führt.

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Im Weinviertel: überall Traktoren und Mähdrescher. Eleganz hat später wieder ihren Auftritt.

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Es lohnt sich sehr, einen guten Film zweimal anzuschauen. Bei „Perfect day‘s” darf es ruhig auch ein drittes Mal sein.

10
Unser Freund in Zürich ist eines natürlichen Todes gestorben.

Urlaub im Hotel


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Das sind die besonders ereignisreichen Tage, wenn ich nur so vor mich hinwerkle.

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Unter der Oberfläche sinnlicher Erfahrungen spürte ich sie wieder aufs Neue, die Nähe, die Möglichkeit von Schönheit, wie ein weiches Licht, das von hinten auf die sichtbare Welt scheint und alles zum Leuchten bringt.

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Von einer Bekannten bekomme ich eine intimen Mail geschickt. Das ist mir anfänglich sehr unangenehm; es beschämt mich, so etwas geschickt zu bekommen. Dann nehme ich eine andere Perspektive ein und denke, wie sehr sie mir doch vertrauen muss!

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Über den Wechsel zu reden, macht mir nur dann Spaß, wenn ich über die innere Bewegung und Veränderung, die damit einhergeht, austauschen kann.

Zum Beispiel eine Haltung einüben, als wäre ich sieben Jahre alt und könnte tun und lassen, was ich will. Da könnte ich persönlich an jene Zeit anknüpfen, in der ich „wirklich“ glücklich war.

Oder mir die Frage stellen: Was, wenn alle mit ihrem Bild von mir daneben gelegen haben?

Oder zu erkennen: Es wird immer deutlicher sichtbar, dass ich spätestens seit den Wechseljahren nicht mehr an „Gott“ glauben kann. Es ist, als hätte man einen Schalter umgelegt – es macht für mich nicht einmal mehr die Frage danach einen Sinn.

Man kann dem Älterwerden nur durch Verrücktsein etwas entgegensetzen. Es gibt unzählige Erfahrungen, für die es sich zu leben lohnt.

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Urlaub im Hotel. Schon die riesigen Blumensträuße, die man dort so oft vorfindet, zeigen: Hier meint es jemand ernst mit überbordenden ästhetischen Ambitionen. Die sanfte Fremdheit verführt zum Urlaub vom Ich.