Autormartha

Kaffeehaus

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Ich begehe den schweren Fehler und frage nach WLAN. „Natürlich haben wir kein WLAN und keine Steckdosen und keine Kartenzahlung! Wir sind hier das Weidinger!“ Und natürlich ist es still hier. Kein Radio, die Kaffeehausgäste flüstern beim Reden. Das Lauteste ist der Autolärm, der vom Gürtel hereinbrummt und nur von der Rotphase unterbrochen wird. Gleich gefolgt vom Besteckgeklapper und der Kaffeemaschine.

Ein Gast fühlt sich von der Septembersonne, die am frühen Vormittag ins Lokal scheint, geblendet. Er bittet den Kellner, den Vorhang vorzuziehen. Er macht es.

Ich bestelle eine Marmeladensemmel. Ich bekomme sie fix und fertig aufgestrichen serviert.

In dieses Kaffeehaus geht man am besten alleine.

Früher sind da vor dem Kaffeehaus die Damen gestanden und es gab „a Beiz neben der anderen“, sagt der Kellner zu mir. Anscheinend hat er mir das mit dem WLAN schon verziehen.

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Ich habe erst spät begonnen, dem Genuss des Kaffeetrinkens zu frönen. Mein Einstieg als Kind war das Sammeln von Plastikfiguren in der Malzkaffeepackung.
Mein Kaffee zu Hause aus dem Espressokocher schmeckt – nach ernst zu nehmenden Aussagen mancher Gäste – schrecklich. Das wundert mich. Ich beziehe den Kaffee aus dem Weltladen und das Wasser aus der Leitung. Ich mag ihn sehr! Mindestens viermal am Tag.
Ich mag auch den Kaffee, der in vielen Häusern in Wien serviert wird. Oder jenen an der Tankstelle in Schrick. Auch in Amsterdam schmeckt er gut und in Brixen und Triest.

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Wir schlendern den Kanal entlang und kehren ein. Wir trinken schlichten Wein und gutes Wasser. Nicht zu viel. Das WC ist unzumutbar, für Männer ist das einfacher. Die Sonne scheint durch die großen Fenster in den Gastraum, Gläser klirren, meine Hände liegen im Schoß. Ich ruh mich aus. Wir leben im Luxus.

Sammeln

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Mich sammeln.

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In der U –Bahn setzt sich ein Mann neben mich. Im Schwung des Hinsetzens hält er mir ein kleines Büschel Eibenäste unter die Nase: „Eiben. Die blühen jetzt“. Der Zufall will es, ich lese gerade in einem Buch, das von den ältesten Bäumen der Welt erzählt. Darunter gibt es ein Kapitel über die Ankerwycke Yew, eine 2500 Jahre alte europäische Eibe, die in Großbritannien wächst. Ich zeige dem Mann wortlos ein Bild dieser Eibe, die auch im Buch abgebildet ist. Er nickt. Wir verstehen einander, weil wir voneinander wissen, dass wir Bäume mögen und mit und von ihnen leben. „Ich hoffe, sie essen sie nicht, die Eiben!“ „Aber nein, sie würden mir nicht bekommen.“ Zwei Stationen später beim Aussteigen, winkt er mir mit dem Eibenbüschel zu. Unscheinbar verschwindet er.

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Es kommt nicht oft vor, dass das zusammenpasst. Meistens will man nicht in Kontakt treten mit Fahrgästen, wollte man es aber, dann findet man grad keinen.

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Eine mögliche Art, auf Dokumentation zu reagieren: Was ist hier eigentlich die Frage?

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Ich will Ombudsfrau zur Endbürokratisierung sein.

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Wissenschaft bedeutet: Sammeln, Sammeln, Sammeln …ohne vorerst genau zu wissen, wofür und für wen. Welch schöne Beschäftigung!

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Kunst. Warum so etwas Nutzloses?
(Sie…erinnert, irritiert, enthüllt, befreit, deutet Herkunft, Gegenwart, Zukunft, hilft mir, mich selbst zu verstehen…?)

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Die Früchte eines großen Obstgartens ernten, einkochen, vergehen lassen… Eine große Wanne füllen mit tiefroter Emotion.

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Wenn wir sonst schon nichts im Leben weitergebracht haben, wir haben einen Keller voll mit gutem Wein!

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Weshalb sollte man innerhalb der Familie überhaupt Affinitäten zwischen den Mitgliedern finden?

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Ich könnte jeden Tag skizzieren, jede nur erdenkliche Auffälligkeit oder Bemerkung festhalten. Das alles einer poetischen Reflexion zuführen. Genaues Schauen hilft, die Perspektive zu ändern.

Allein


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All-Ein-Sein: All eins sein.

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Im günstigsten Fall komme ich in Kontakt mit allem, wenn ich allein bin. Von innen her. Weil ich nicht abgelenkt bin. Nicht vom Faulsein oder vom Zorn oder von den vielen Dingen. Das Alleinsein ist ein schönes Tun, das mich freut. Es ist nie Zeitverschwendung. Ich stehe nackt da. Ich konfrontiere mich mit dem Sternenhimmel und der kleinsten Nichtigkeit.

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So aus dem Nichts heraus kommen mir die schönsten Ideen für die Unvernunft. Es ist eine Torheit, an die Liebe zu glauben. Es ist eine Torheit, die Position der souveränen Ohnmacht einzunehmen.

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Frau D. sagt zu mir: „Wir sind doch alle allein. Bis zum Schluss!“

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Jemanden in seiner Einsamkeit besuchen.

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Im Krankenhaus legt sich in den frühen Abendstunden eine entspannte Stimmung über die Zimmer und Gänge. Wie viel Einsamkeit ist hier im Haus? Es gibt Menschen, die wollen ihre Ruhe. Andere möchten einen anderen Menschen neben sich atmen hören.

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Das Bild des grauen Waldes in Hallstatt werde ich mir lange vor Augen halten. Es stimmt traurig. In der Werkstatt Radio hören ist gut.

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Dem Augenblick und der Lust huldigen. Gerecht sein. Werden.

Perfektionismus

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…geht mir voll auf die Nerven

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Und wenn ich auf andere auch so wirke?
Wieso kann ich mir denn nicht freundschaftlich eingestehen, dass ich so bin, wie ich bin, weil ich weiß, dass ich nicht perfekt sein kann. Nie.

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Sie schreibt mir:
„Die spannendsten Entwicklungen meinerseits: 

  • Ich nehme Abstand vom Perfektionismus.
  • Ich ziehe weg.“

Reichtum

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Am allerwenigsten Künstlerin bin ich beim Einkaufen.

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Ich will glaubhaft behaupten, dass Phantasie in vielen Belangen wichtiger als Wissen ist.

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Heute hole ich glückliche Kinder von einer Party ab. Glücklich deshalb, weil dort so viele ruhige, feinsinnige Jugendliche versammelt waren.

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Das habe ich nicht geschafft in meinem Leben. Einmal so richtig viel Geld zu verdienen. Es hätte mir passieren müssen. Passieren können. Wär gar nicht so schlimm gewesen.

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Kultur, das ist alles, was wir im Alltag machen, so, wie wir es eben machen.

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Ich schaue während des Konzertes vor allem auf die zarten Hände der zwei Musiker und höre zu. Mit den wenigsten Worten sprechen sie in die Vollen, sagen alles und lassen alles offen. Und ich weiss ganz genau, was gemeint ist. Und darüber legt sich wie ein Zuckerguss der Flügelhornist, flüsternd mit seinem Instrument, so leise, wie es Sprache kaum kann.

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An jedem meiner 10 Finger steckt ein Ring. Jenden Ring ordne ich einer Person zu . So trage ich sie alle wie kleine Moleküle mit mir herum.

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Ich muss mein körperliches und mein seelisches Heil schützen!

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Für den Herbst bleibt mir, geistige Reisen zu unternehmen.

Veränderung 2

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Ein Gedicht weckt mein Bedürfnis nach Veränderung.

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Jene Schwestern, die auf der Palliativstation arbeiten, brauchen nach 12 Jahren Abwechslung zum Tod.
Bergsteigen? Tanzen? Davonlaufen?

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Damals, als ich noch jung war, gab es keine Sicherheitsgurte im Auto. Und wo saßen wir? Vorn auf dem Schoß der rauchenden Mutter.

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Die Ärztin fragt mich danach, wie die eigene Ausscheidung riecht. Um einen Anhaltspunkt zu haben, rufe ich mir in Erinnerung, wie das damals gerochen hat im Stall bei den Schweinen, den Kühen und Kälbern, bei den Hühnern. Den Schafen. Am besten hat es bei den Pferden gerochen. Und nun im Vergleich dazu ich selber, wie rieche ich wohl…

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Meine Schwester erzählt davon, dass die Sandkiste dem Tischtennistisch weichen muss und der Sand unverzüglich in ein frisch angelegtes Spargelbeet wandert. Die Kinder wachsen, die Pflanzen wachsen auch.

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Dass meine Veränderungen eine Enttäuschung für andere sind, weil die mich ja so nicht kennen, sehe ich. Derweil bleibe ich ich. Nur mein Innen kehrt sich deutlicher nach außen.

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Eine Definition von Liebe ist der Wunsch, sich tatsächlich für jemand anderen zu verändern.

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Beim Zugfahren denke ich mir, es gibt zu viele Menschen auf der Welt.

Reisen

 

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Jedes Jahr sage ich mir erfolglos aufs Neue: Nächstes Jahr fahre ich nicht in der Garten-Wachstumsphase in Urlaub!

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Heimlich reisen

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Ein Gipfelkreuz erzählt eine Geschichte, die vor geraumer Zeit von vielen verstanden wurde. Es gab Zustimmung. Welches Symbol für welche Geschichte stellen wir heute auf? Einen Geldschein? Eine Redbulldose? Die russische Fahne? Wie konzentriert man Individualismus, Turbokapitalismus und Mittelmaß in ein Symbol und bringt es dann auf einer Bergspitze an? Steht Allgemeingültiges noch zur Auswahl?

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Auf der Großglockner Hochalpenstraße fahren wir mit dem Auto über die Berge. Jedes zweite Auto ist ein Cabrio. Die andere Hälfte sind Motorräder. Das kurze Stück Straße bis auf die Edelweißspitze ist mit Steinen gepflastert. Wir fahren sehr steil bergauf und bergab.

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Keinen am Tisch stehen haben, der ungefragt ein Lied singt und dem ich dafür etwas bezahlen soll.

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Ist es kühler geworden?

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Im Tourismus zu arbeiten bedeutet, keinen Sonntag zu kennen. Genauso wenig kennen diese Männer einen Sonntag, die mit Bagger und Lastboot auf der Donau arbeiten, den Schwemmsand herausbefördern.
In unserem Hotel gibt es keine Pflanzen. Keine Blumen auf den Zimmern oder Tischen.

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Eine innere Veränderung geht leichter von statten, wenn man im Außen etwas verändert. Eine große Reise macht. Im Ausland arbeitet. Ein neues Projekt angeht. Die Persönlichkeit zu ändern ist ein unmöglich Ding. Weshalb sollte man das auch tun.

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Die Bahn steht am Gleis und macht mir Schatten. Hoffentlich fährt dieser Cityjet bald wieder weiter.

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Reisen entlang einer Linie. Zum Beispiel entlang verlorener Wörter. Oder alter Bäume.

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Nimmst Du mich mit in Deiner Manteltasche?

 

Liebhaberin


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Kauf einen Blumenstrauß und verschenke ihn an einen Unbekannten!

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Mein Liebhaber hat einen Weingarten. Mein Liebhaber möchte am liebsten ganz allein in einer alten Fabrik wohnen. Mein Liebhaber hält meine Website auf dem aktuellen Stand. Mein Liebhaber kümmert sich um schönes Wetter. Mein Liebhaber wünscht mir einen Menschen, der mich besser versteht als er. Mein Liebhaber mag keine Texte lesen, in denen zu oft das Wort Liebe vorkommt. Mein Liebhaber behauptet nachdrücklich, dass Liebe ein Synonym für Schmerz ist. Mein Liebhaber mietet mir ein Schloss auf Spitzbergen. Dahin ziehe ich mich jetzt zurück.

Tränen


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Kannst Du Dich erinnern, was Dich damals so berührt hat bei der Lektüre des Buches, sodass Du weinen musstest? Gab es da einen besonderen Gedanken oder etwas, was Dir aufgegangen ist, was Dich erschüttert hat?

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Die Frau liegt im Bett und weint und redet sich den Kummer von der Seele. Sie kommt nicht vom Fleck, weil der Schmerz groß ist.

Der Fünfundneunzigjährige möchte die Trauer über seine Enkelin ausdrücken, die überraschend in einen Karmel in Frankreich eingetreten ist und die er sicher – nach den dort herrschenden strengen Regeln – nie wieder sehen wird. Also weint er.

Der zu Tode verurteilte Winzer, der dem Sohn nicht zutraut, jetzt die ganze Arbeit alleine zu machen, der ihn nicht im Stich lassen möchte, der mitgestalten will, der seine Handschrift noch nicht stilllegen will, er weint.

Er erzählt die Geschichte seiner Beziehung. Dass ihn seine Frau immer weniger versteht. Dass er nicht mehr kämpfen möchte, dass er nicht mehr müssen möchte. Er weint.

Auf der Treppe treffen wir den Freund, gezeichnet von der letzten Chemotherapie, trotzdem ein Strahlen im Gesicht. Seine Frau dreht sich weg von uns und weint.

Der Sohn sieht in der Vorhalle der kleinen Dorfkapelle die schon vergilbte Parte seines Vaters an der Wand hängen. Das rührt ihn zu Tränen. Hier, hunderte Kilometer weit weg von der Stadt gibt es einen Ort, an dem er beheimatet war, sein Vater.

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Ich strebe eine Auflistung tränentauglicher Filme an, um zu sammeln, wie viel angestaute Traurigkeit im Umlauf ist.

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Viel spricht dafür, dass es der kulturell dominant gewordene Kapitalismus ist, der unsere Gesellschaft und Lebensführung beherrscht. Er ist seit längerem viel mehr als nur eine teils höchst erfolgreiche, teils höchst ungerechte Weise, die Wirtschaft zu organisieren. „Wo Geld zum einzigen Regulativ des symbolischen Tauschs wird, sind trockene Augen und ein entschiedenes, zielgerichtetes Auftreten geboten“, sagt Isabella Guanzini