Autormartha
Shoppen
1
In der Lugner City gibt’s einen MediaMarkt. Auf der Brünner Straße gibt’s einen, und im G3 ebenfalls. Hier finde ich alles, was ich in der Küche neu brauche: einen Stabmixer mit 1500 Watt Leistung, einen neuen Wasserkocher und eine externe Herdplatte für die Sommer- und Winterküche.
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The Order of the Third Bird – eine Vereinigung von Künstlerinnen und Künstlern, die sich um das Thema Aufmerksamkeit bemüht. Sie versammeln sich beispielsweise für eine halbe Stunde schweigend vor einem Kunstwerk, um es gemeinsam im Stillschweigen zu betrachten, und gehen danach wieder auseinander. Das erinnert mich daran, wie gerne ich in einem Schweigechor singen würde.
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Béla Bartók mit seinem Mandarin und ein schönes Landschaftsbild von Zoltán Kodály. Auf einem Stehplatz im Großen Musikvereinssaal. An einem Sonntagvormittag. Die Wiener Philharmoniker geben absolute Sicherheit. Der Saal ist berstend voll. Die Luft auf dem Stehplatz ist dicht, aber interessant. Wir verlassen die Tribüne trotzdem in der Pause, weil eine Halbzeit reicht, um sich zu freuen.
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Nach dem Einkauf gehen wir auf einen Kaffee. Mein Begleiter erzählt die Geschichte von einem Wirt in Gaweinstal, der für den Rumtee, den die Arbeiter nach der Schicht bei ihm bestellen, ein Schwarzteesackerl dreimal verwendet. Das nenne ich Sparsamkeit!
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Die Grazer Bürgermeisterin, eine Kommunistin, verdient rund 9.000 Euro im Monat. Alles bis auf 2.300 Euro stellt sie bedürftigen Menschen in Graz zur Verfügung. Sie legt ihr Gehalt offen, so wie alle Kommunistinnen und Kommunisten in Graz, die in der Stadtpolitik tätig sind. Was daran ist falsch? Tatsache ist: Ich habe von allem genug.
Wien im Herbst
Handelnde Personen:
- Erster Gast, an der Bar stehend
- Zweiter Gast, an der Bar lehnend
- Dritter Gast, an einem Tisch nahe der Bar sitzend
- Renate, Kellnerin
- Porschebesitzer, im Gastgarten sitzend
- Ich, mit dem Rad an der Hafenkneipe Rast machend
- Reisegefährte, alles beobachtend
In der Hafenkneipe gilt Selbstbedienung. Aus diesem Grund gehe ich ins Innere des Lokals, um zu bestellen.
Renate: Bitte?
Ich: Ein Achtel Wein, ein kleines Soda, ein großes Bier und eine Käsekrainer, scharf, bitte.
Renate: Nicht so schnell!
Ich, langsam: Ein Achtel …
Renate: Vom Guten?
Ich, irritiert und zum ersten Gast gewandt: Vom Guten? Vom Schlechten? Was soll ich darauf sagen?
Erster Gast, mit dem Zeigefinger an den Lippen flüsternd: Nicht viel sagen, am besten nix sagen!
Renate beginnt in der Zwischenzeit, meine Bestellung herzurichten: Sie haben Glück, ich hab noch zwei Käsekrainer. Wollen Sie nicht beide nehmen?
Ich: Danke, nein, mir reicht eine. Aber der Porsche draußen vor der Tür interessiert mich. Wem gehört er denn?
Renate, ein wenig abwertend und auf einen Gast im Gastgarten deutend: Dem da draußen!
Ich: Gut, dann muss ich mir den da anlachen!
Renate: Das nutzt nix, der ist schon fix vergeben. Hab’s auch schon versucht.
Ich: Ich will ja nur eine Runde mit dem Porsche drehen.
Zweiter Gast: Da werden Sie kein Glück haben.
Somit ist das Thema für mich wohl abgehandelt. Renate hantiert weiter mit einer Bouteille vom Guten.
Ich, leicht anbiedernd: Kann man hier ein Zimmer nehmen? Es gefällt mir bei euch!
Dritter Gast: Nein, das ist reines Industriegebiet. Die nächsten Zimmer gibt’s in Mannswörth.
Erster Gast: Wenn Sie allerdings am letzten Zimmer interessiert sind, dann sind Sie hier richtig. Das gibt’s hier schon.
Ich: Ja, hab schon gehört, der Friedhof der Namenlosen ist ja ganz in der Nähe.
Zweiter Gast: Da war ich noch nie, obwohl ich so oft in der Hafenkneipe bin.
Erster Gast: Dort ist eine ganz besondere Stimmung. Musst mal hinschauen, ganz außergewöhnlich …
Renate, inzwischen fertig mit ihren Verrichtungen: So, lassen Sie’s sich schmecken!
Ich nehme an unserem Tisch im Gastgarten Platz und genieße ein wirklich gutes Achtel Wein und eine halb eingetrocknete Käsekrainer. Es war ja schon 14 Uhr, der Mittagstisch längst vorbei. Die Atmosphäre ist hervorragend. Der Gast mit dem Porsche verlässt vor uns die Kneipe und dreht beim Wegfahren, wie im Film, so richtig laut auf und beschleunigt auf 280 oder so ähnlich. Ein einzelner ÖBB-Waggon fährt hinter der Kneipe langsam vorbei. Dahinter hört man die Donau leicht plätschern. Es riecht ausnahmsweise nach Ölhafen und nach Wasser.
2
Zwei weitere Lokalempfehlungen für die Hafenfreundin:
Mohr im Hemd und Cappuccino, wie er früher an Autobahnraststätten geschmeckt hat: aus einer schon lange nicht mehr geputzten Kaffeemaschine. Der Ausblick ist hervorragend. Rund um das Containerlokal blühen bunte Blumen in Kisten. Frisch ausgepflanzte Feigen-, Apfel- und Pfirsichbäumchen zieren die Böschung. Der Bus hält direkt vor dem Lokal, und die Lkws donnern über die Hafenzufahrtsstraße.
Donauinselspitz
Wanderer- und Radlertreff.
Die Hüttenwirtin spielt mit dem Handy. Es bildet sich schon eine Schlange, bevor sie endlich den Kopf hebt, um nach den kulinarischen Wünschen zu fragen. Speckbrot und Schmalzbrot mit Salzgurken schmecken vorzüglich. Der Sommerspritzer ist spritzig, kalt und ebenfalls mit „dem Guten“ zubereitet.
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Zum Lidl bei der U-Bahn-Station Zippererstraße zu gehen, erfordert Mut.
Festtag
1
Ein langsamer Festtag. Langsam in einen Festtag kommen, wie damals im 18. Jahrhundert. Ja, wie war das damals, und für wen galt damals ein solcher Festtag?
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Auch ich sehne mich manches Mal nach so richtig gemütlichem Beisammensein. Einmal die Woche reicht allerdings. Alles andere wäre Weltflucht.
3
Mich in meinen liebevoll gepflegten Lebenslügen verstricken und es gut sein lassen.
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Aus einer einzigen Szene eine ganze Welt entstehen lassen.
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Es mit der Selbstverwirklichung doch weniger ernst nehmen.
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Das existenzielle Ganze betrachten.
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Den Reichtum sehen, der ohnehin schon da ist.
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Nichts Lebendiges zerstören.
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Radikal aufmerksam sein. Zuhören. Nicht sofort die eigene Geschichte dazulegen. Zwischen den Zeilen lesen. Wer beim Zuhören daran denkt, dass er zuhört, hört nicht zu. In diese Falle tappe ich regelmäßig.
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Mich ganz einer Sache widmen.
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Dir.
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Im Geheimen Großes leisten und es nie und nimmer jemandem zeigen.
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Wir hören zur Feier des Tages Ö1. Es werden nordische Lieder gespielt. Die meisten davon stammen aus Finnland, aus dem hohen Norden, wo noch Samen leben. Eines davon berührt mich besonders. Es wurde für einen Bären, einen Marder und einen Fuchs komponiert.
Stall

1
Im Garten beschäftigt mich ein Maulwurf. Er untergräbt alles.
2
Es zieht mich in die Fremde. In welche, weiß ich überhaupt nicht.
3
Martha an den Chatbot: „Kannst du bitte den Geschirrspüler ausräumen?“
Chatbot an Martha: „Klar, ich räume den Geschirrspüler für dich aus.“
4
Ich brauche im Leben
Halt
Sinn
Sicherheit
Das ist nicht nur bei demenzkranken Menschen so …
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Wasser abschlagen
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Das perfekte Haus der Gastgeberin nimmt uns mit vollkommener Sauberkeit auf. Ein solches Wohngefühl wünsche ich mir für unser Zuhause auch. Und doch scheitere ich täglich daran.
7
Auch Menschen mit schlechten Manieren haben eine Weltsicht.
Coloskopie

1
Es ist gesünder, es ist aber kein Fortschritt. Ich vermisse es, Alkohol zu trinken, ohne Kopfweh zu haben.
2
Welche Wünsche halten mich am Leben?
In einem Hieronymus-Bosch-Gemälde zu wohnen?
Eine Liebe zu spüren, die mich überschätzt?
Die Welt im Rücken zu haben?
Mich für einen Moment in den Schatten zurückzuziehen?
Im Unsichtbaren einen neuen Anfang zu finden?
Ein wachsendes Verlangen nach Überschaubarem zu entwickeln?
Gefühlsfreundlich zu sein?
Mich treiben zu lassen?
Auf Ablenkung zu verzichten?
Ergebnisoffen zu experimentieren?
Mich nicht verbiegen zu lassen?
3
Chronisch inaktive Antrumgastritis und Korpusgastritis
4
Die Meisen freuen sich über die Feigen, die in den oberen Ästen geblieben sind, die niemand geerntet hat, weil sie so hoch hängen. Jetzt picken sie sie wieder daran. Eine Mönchsgrasmücke hilft ihnen dabei.
5
Ein Haus in Schuss zu halten bedeutet echt viel Arbeit.
Und dann koche ich auch noch so gerne!
6
Ebensee. So viel Holz, dass man daraus die Glöckler*innenkappen machen könnte, damit der Schrecken des Arbeitslagers beziehungsweise der Stollenanlage wiedergutgemacht würde, wächst im ganzen Salzkammergut nicht.
Mir dreht sich der Magen um beim Anblick dieser archaischen Gewalt, die hier sowohl in den Gedenkstätten als auch im Brauchtum gezeigt und/oder gelebt wird.
Fahne
Bald hänge ich mir eine Fahne vors Haus! Ich warte damit nicht bis zum nächsten 1. Mai.
2
Siehst du, die Bilder bewegen sich!
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Bin ich dir ein Rätsel?
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Glücksucherin. Hallodri.
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Erkenntnis verändert den Menschen.
6
Da sitzen doch wirklich 20 Burschenschafter an einem Tisch. Mitten unter ihnen einer mit frischem Schmiss. Und ein Senior. Beim Betreten des Lokals tragen sie die Schleife noch nicht. Beim Sitzen im Lokal haben sie sie sich quer über den Oberkörper gehängt. Das alles ist sehr abstoßend!
7
Geh hinein in deine Kraft? Was für eine abgefuckte Formulierung ist das denn!
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Meine Wirksamkeit hängt wohl weniger von meiner Aktivität als vielmehr davon ab, wer ich bin.
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Frühschoppen am Land macht nur Freude, wenn die Frau daheim wartet.
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Nach und nach tränken wir uns, wie die Gießkanne in diesem Sommer, ganz ohne Eile.
Theologie des Alltags

1
Ich komme mir klein und unbeholfen vor. Ich darf in einem abgesonderten Winkel die Verrückte spielen. So ist das mit Theologinnen dieser Tage. Wir haben uns zum Narren gemacht und werden dementsprechend behandelt. Weil die Zeiten relativ gut sind, werden wir in Ruhe gelassen. Wir bekommen noch ein Gnadenbrot, weil aus unserer Ecke nichts zu befürchten, allerdings auch nichts zu erwarten ist. So lange, bis ganz auf uns verzichtet wird. Ich führe das Arbeitsleben einer Eintagsfliege.
2
Mit großem Aufwand versuche ich immer wieder, mein Leben in Kunst aufzulösen. Mir Zeit zu geben. Mich dafür zurückzuziehen. Mich um Material zu kümmern. Die Inspiration anzuflehen.
Meiner tiefsten Intuition zu trauen. Sie verunsichert mich am meisten, führt mich aber auch am sichersten den Weg entlang.
3
Ein auf Verbundenheit bezogenes Alleinsein. Daraus schöpfe ich Seelenfrieden
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Mit einer klaffenden seelischen Verletzung auf einen Zeitgeist treffen. Was passiert dann?
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Motivationsspinnerin!
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Mit meiner Firmpatin telefoniere ich alle drei Jahre einmal. Dann gibt es viel zu erzählen. Wir wollen einander ein paar gute Gedanken mitteilen, das weiß ich.
Kinder, Enkelkinder, Kirche, die Graue-Star-OP, Hassgefühle, Alltagstrott und Bieradventkalender.
Sie möchte mir gerne einen Altsteirerhahn schenken. Sie hat fünf zu vergeben und ich leider keinen Hühnerstall mehr. Jeden Tag kocht sie zu Mittag. Pünktlich um 12 Uhr ist das Essen fertig. Sie geht nur mehr in die Wochentagsmesse. Da gibt es keinen Schnickschnack.
Fehlen dir die Berge nicht?
Wann gehst du wieder auf die Alm? Aber da ist ja ein komplizierter Nachbar in die Nachbarhütte eingemietet … Bist du deshalb so selten da? Wo es doch hier so schön ist!
Sie klingt leicht verbittert. Wenn man nicht aus dem Tal wegkommt, kann das leicht passieren. Und dann schaut sie sich in den Spiegel und versichert sich selbst, dass alles gut ist im Tal und auf dem Berg. Weil das Glücksgefühl, barfuß über den Almboden zu laufen, für ein sinnvolles Leben reicht. Das hat sie zwar schon lange nicht mehr gemacht, aber sie erinnert sich daran, und das ist Glück genug.
7
Heute nehme ich die ersten Feigen vom Baum. Mittlerweile hängen sie so hoch, dass ich einen Früchtepflücker verwende. Immer wenn ich ihn in die Hand nehme, denke ich an den Klingelbeutel, den man (früher?) in der Kirche zum Einsammeln des Opfergeldes verwendet hat.
8
Meine Schwester findet in einem Buch von mir, das ich ihr vor Jahrzehnten zum Lesen gab, folgenden Tagebucheintrag auf der ersten, unbedruckten Seite:
27. September 87:
Mir ist klar, dass das Erreichen einer Traumgesellschaft ausschließlich ideologischen Charakter hat und deshalb (fast) unerreichbar erscheint. Trotzdem darf ich träumen und Wünsche in Richtung eines stärkeren Miteinanders hegen und äußern, vor allem dann, wenn ich es zuerst von mir selbst verlange. Und auch deshalb, weil ich sehr wohl in unserer Gemeinde Menschen sehe, die viele Schritte tun, um das Ziel einer liebenswerten Gemeinschaftlichkeit zu erreichen.
9
Sie geht mir jetzt schon auf die Nerven, die ewige Selbstreflexion; das geht ja schon so, seit ich auf der Welt bin!
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Simone Weil: Liebe ist nicht Trost, sie ist Licht.
Schöne Ideen
Der Ö1-Moderator verfolgt verbal eine schöne Idee. Er erzählt von einer unerfreulichen Begegnung am Morgen auf den Straßen Wiens und spinnt daraus seine Geschichte, denkt sie weiter: Wer war die Frau? Warum war sie so schlecht gelaunt? Wie fühlte ich mich? Wie mochte sie sich fühlen? Um all diese Gedanken herum wählt er die Musikstücke für die Sendung aus. „Genial!“
2
Er schreibt seit seinem 18. Lebensjahr regelmäßig Tagebuch. 800 Seiten davon dienen ihm nun als Vorlage für sein neues Buch.
3
Die KI-Box wird weltweit geöffnet. So verbrauche ich zum Beispiel einen Liter Wasser während einer kurzen Unterhaltung mit ChatGPT. Während des Chats sollte ich auch mit den Worten „Bitte“ und „Danke“ sparsam umgehen. Das alles kostet.
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Man kommt und stirbt zwar allein, doch genau das verbindet uns alle miteinander. Somit sind diese Erfahrungen im Grunde ein gemeinschaftliches Geschehen.
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Unsere Knie berühren sich wie ein Minimalkontakt unter dem Tisch.
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Kondensmilch. Gezuckert. Brauche ich für die Herstellung von Twixi-Schnitten. Das ist ein Rezept: Zucker mit Zucker.
7
Vor mir liegen noch ein paar Jahre, bevor ich in die sogenannte Pension eintrete. Es gefällt mir, zu wissen, dass ich nicht mehr eine gefühlte Ewigkeit arbeiten muss. Obwohl ich auch jene Arbeit liebe, für die ich bezahlt werde.
Dieses neue Zeitgefühl macht mich freier in der Dienstplanung. Ich gönne mir Luxuriositäten wie Hausbesuche, lange Gespräche und Briefeschreiben, besuche nur verpflichtende und freundliche Weiterbildungen, versuche meinen Eigensinn zu kultivieren, huldige nicht mehr dem Sofortismus und hauche dem Begriff exzentrische Einsamkeit Leben ein.
Ich will Wirklichkeit? Ich will sie nicht mehr.
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Ab jetzt: nur mehr draußen pinkeln!
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„Hört auf die Jungen!“
„Was sagen sie denn?“
Zeitvertreib
Verena Kast schreibt von grundsätzlicher Menschenfreundlichkeit als guter Basis für ein zufriedenes Älterwerden. Zum Zeitvertreib meint sie: „Was für ein schwaches Wort!“
Zeit lässt sich nicht vertreiben. Sie vergeht ohnehin. Mögen mir meine Uhren und meine Gefühle noch lange glückliche Stunden schlagen!
2
Die Frau in der Bücherei trägt ein auffallend schönes, selbstgestricktes Westerl. Sie borgt mir ihre Strickzeitschrift. Von der Vorlage bin ich enttäuscht. Manchmal muss man mehr Phantasie aufbringen, um hinter den Dingen etwas zu entdecken.
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Bei uns auf dem Küchentisch thront ein bunter Kräuterbuschen in der Vase. Ob das jemand außer der Tochter und mir zu schätzen weiß, entzieht sich meiner Kenntnis.
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Die Tochter findet meine seit Wochen verschwundene Brille in der Sockenlade.
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Gegen Langeweile kann ein Perspektivenwechsel Wunder wirken. Und der wahre Spaß beginnt dann, wenn man sich mit Dingen beschäftigt, für die man kein Talent hat.
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Wolkersdorf, in der Spelunke. Sagt ein Trankler zum anderen: „I hob scho a Wohnung in Thailand.“
„Ollas is zum Scheißn“, sagt der andere.
„Wos sogst du?“
„Jo, du sogst nix, waas i eh.“
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Super! Es gibt eine Form der Wahrheit, die nicht verstanden werden will.
8
In den Zwischenräumen fliegt er.
Und ich lebe.
Ich sehne mich so sehr nach Ruhe und Liebe.






