Zehn Mexalen und eine halbe Flasche Whisky

1
Dass Weltabgeschiedenheit etwas Wertvolle sein könnte, kommt mir selten in den Sinn. Der Gedanke, dass der Wert der Museen und Kirchen nicht nur in der Vermittlung irgendwelcher Kenntnisse und Wahrheiten liegt, sondern die Sammlung der Kunst auch der inneren Sammlung ihrer Besucher dient, rückt wieder näher. Die gute alte Kontemplation gewinnt wieder an Wert, weil ich immer müder werde.
2
Eine Patenschaft für ein Schulkind in Indien kostet genauso viel wie eine Patenschaft für ein historisches Plakat der Nationalbibliothek in Wien.
3
Das Liebenswerte an ihm ist genau das, was mich oft zur Verzweiflung bringt: Er lässt alles auf sich zukommen. Er lebt im Jetzt. Wie es kommt, so kommt es.
4
Ich hege eine Trauer um die inzwischen älter und unbeweglich gewordenen Wegbegleiter. Ich sollte wieder jemanden Neues kennenlernen. Immer die gleichen Impulse, die außerdem schwerfällig werden.
5
Ich bin 59 Jahre alt, habe schon einiges geleistet und vieles nicht getan. Ich habe Erfahrung und werde werde mich ab nun so wenig wie möglich von einer starren Institution (Krankenhaus?) nicht mehr beeinflussen lassen. Ich möchte mich jetzt wieder einmal locker machen, so richtig losgelöst und frei … so Sommerfrische eben. An der Oberfläche dahinschweben. Schwingen und die Schönheit zulassen, sofern es die wehen Knochen erlauben.
6
Nach der Arbeit geht sich ein kleines Eis im Kaffeehaus aus. Die roten Rosen und das Basilikum, die er mir als Geschenk mitbringt, nehme ich sehr gerne in Empfang. Wir übertreiben sehr gerne und viel zu selten.