Utensilien

1
Im Regen Pflanzen setzen und dann in die Sauna gehen. Der erste Arbeitstag nach den Exerzitien fühlt sich fruchtbar an, und ich werfe mich hinein.
2
Die Tochter bringt Frisches und Schwung in die Bude. Sie lebt begeistert in der Welt. Sie erwähnt, dass ihre Eltern eine aufgeklärte Erziehung betrieben haben, also wenig Mythen und Märchen und offensichtliche „Weil-das-so-ist“-Antworten.
Dass ich die Geschichte mit dem Christkind nicht mitgespielt habe, tut mir heute leid. Dass ich ihr einen Ring zur ersten Menstruation geschenkt habe, tut mir nicht leid.
3
Viele Frauen, denen ich im Weinviertel begegne, sind herb und brav. Ich wohne nun schon lange hier, diese Mischung färbt auf mich ab. Das ist nicht komisch.
4
Eine meiner Freundinnen ist Heilerin. Sie sieht unter anderem „Bilder“, wenn sie sich auf einen Menschen konzentriert.
„Du darfst niemanden zurückschicken, du kannst deine Verwandten nicht heilen, nur die Fremden. Du darfst kein Geld für dein Talent nehmen. Irgendeine Ordnung muss die Welt zusammenhalten, damit man getrost in die Zukunft blicken kann!“, erklärt sie mir.
5
Der Mann beschenkt mich ausführlich mit Licht: Sternspritzer. Solaraufgeheizte Lichterkette, eine Leuchtschrift fürs Fenster, ein frisch aufgefülltes Feuerzeug, Wärme.
6
Guter Kompost riecht nach Walderde.