Zeitvertreib


1

Verena Kast schreibt von grundsätzlicher Menschenfreundlichkeit als guter Basis für ein zufriedenes Älterwerden. Zum Zeitvertreib meint sie: „Was für ein schwaches Wort!“

Zeit lässt sich nicht vertreiben. Sie vergeht ohnehin. Mögen mir meine Uhren und meine Gefühle noch lange glückliche Stunden schlagen!

2

Die Frau in der Bücherei trägt ein auffallend schönes, selbstgestricktes Westerl. Sie borgt mir ihre Strickzeitschrift. Von der Vorlage bin ich enttäuscht. Manchmal muss man mehr Phantasie aufbringen, um hinter den Dingen etwas zu entdecken.

3

Bei uns auf dem Küchentisch thront ein bunter Kräuterbuschen in der Vase. Ob das jemand außer der Tochter und mir zu schätzen weiß, entzieht sich meiner Kenntnis.

4

Die Tochter findet meine seit Wochen verschwundene Brille in der Sockenlade.

5

Gegen Langeweile kann ein Perspektivenwechsel Wunder wirken. Und der wahre Spaß beginnt dann, wenn man sich mit Dingen beschäftigt, für die man kein Talent hat.

6

Wolkersdorf, in der Spelunke. Sagt ein Trankler zum anderen: „I hob scho a Wohnung in Thailand.“

„Ollas is zum Scheißn“, sagt der andere.

„Wos sogst du?“

„Jo, du sogst nix, waas i eh.“

7

Super! Es gibt eine Form der Wahrheit, die nicht verstanden werden will.

8

In den Zwischenräumen fliegt er.
Und ich lebe.
Ich sehne mich so sehr nach Ruhe und Liebe.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert