Frohsinn

1
Oft steht mir der Sinn nach jener Art Humor, der freundlich und gewinnend daher kommt, der alles leicht nimmt und leichter macht.
Der sich – wenn alles gut läuft – entwickelt, sobald man sich mit der Geburt eines eigenen Kindes selbst ein Stück aufgegeben hat. Ich will mich selber nicht allzu ernst nehmen; eine Zeit der reinen Fröhlichkeit ausrufen, eine Farbenlehre der Freundlichkeit.

2
Das ist die Biographie eines Freundes, zusammengefasst in einem Satz: Wenn er müde ist, macht er gleich im Sitzen ein sehr kurzes Nickerchen, um beim Wiedererwachen zu verkünden: „Hab mir ein paar schöne Engel gekauft!“

3
Den ganzen Morgen über fühle ich mich schwer. Unsicher. Ob ich das Richtige mache. Ob es gut ist, das eine zu tun und das andere zu lassen. Ich grüble vor mich hin. So lange, bis ich einen Schritt vor die Tür mache, einen kurzen Schimmer Sonne erwische, mich am Handy verwähle und unabsichtlich meine Schwester anrufe. „Oh – ich hab mich verwählt, guten Morgen, ist alles gut?“ Gleich danach lege ich wieder auf und mit einem Mal bin ich glücklich darüber, auf nichts warten zu müssen, weil alles schon da ist.

4
Ich habe Dich heute als unsichtbaren Zaungast mit in die Ausstellung genommen und vertrauensvoll zwischen den Karikaturen aufgehängt.

5
Monika zeigt mir ein Kurzvideo. Ein Baby-Turmfalke ist darauf zu sehen. Er wird mit einer Pinzette mit Mäusefleisch gefüttert – aus der Hand einer Vogelkundlerin, die den Vogel gerettet hat. Der Falke zetert, regt sich fürchterlich auf,  jammert, als ob er das ärmste Wesen der Welt sei und schnappt schlussendlich doch das Dargebotene. Seine Schimpftiraden werden mit jedem Leckerbissen versöhnlicher, bis er fast fröhlich das letzte Stück Fleisch gnädig annimmt.

6
Krise ist immer irgendwo.
Deshalb – planen wie Epikur:

  • in einem Garten eine Philosophenschule gründen
  • Gedichte lernen
  • unabhängig sein von den großen Begierden und den äußeren Geschehnissen
  • das Diesseits lieben
  • Seelenruhe und innere Gelassenheit erlangen

Wem genug zu wenig ist, dem ist nichts genug und wer fast nichts braucht, hat alles!

 

 

 

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