Zerbrechlichkeit

1
Ein großer Koffer rollt mit meiner Nachbarin im Schlepptau an unserem Fenster vorbei. Beide ziehen wieder für ein paar Wochen um. In die Sonne. Vom vertrauten Heim in eine unbekannte Wohn- und  Arbeitsgemeinschaft. Die Nachbarin setzt sich regelmäßig dem Neuen ganz aus. Dabei wirkt sie immer so zerbrechlich.

2
Den Wunsch des Radiosprechers am Ende seiner Sendung nehme ich mit auf den Weg, erstaunt darüber, wie gut ich ihn brauchen kann: „Danke fürs Zuhören, geben Sie auf sich acht!“

3
Um der Absurdität und Zerbrechlichkeit der Welt etwas entgegenzuhalten, geht die Freundin mit einer Sonnenlaterne in der Hand laut singend durch die dunklen Straßen ihrer Stadt.

4
Mein Einschlafritual beginnt Stunden vor dem Hinübergleiten in die Nacht. Ein wichtiger Teil dessen ist das Lesen. Das mache ich während ich schon im Bett liege. Wenn ich nach der Lektüre die Augen schließe und klarer sehe, die Widersprüche des Lebens gelassener ertrage, kann mir nichts Schlimmes passieren.

 

 

 

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