Bürde

1  Bernhard setzt meine Blog-Ideen technisch um. Das betreibt er sehr grundsätzlich und philosophisch, indem er mir gleich zu Beginn die  weitreichende Frage stellt: „Der Anfang ist geschafft. Wann möchtest Du mit Deiner Bürde beginnen?“

2 Ich finde in einer Box mit guten Ratschlägen folgenden Tipp auf einer Karte zu lesen: Stell dir das nächste Mal, wenn du gern etwas in den sozialen Medien posten würdest, das Bild und den Text vor. Schreibe es stattdessen in ein Notizbuch. Eine Woche ohne digitale Medien verbessert unser Wohlbefinden signifikant. Das lässt sich sicher neurobiologisch beweisen [sic! Amen!]. Eine Woche lang Selbstbeobachtung auf der Alm bringt ein ähnliches Resultat. Was ist mir nun wichtiger? Die neue Füllfeder zu kaufen, um ins Notizbuch zu schreiben oder ein vielversprechender, transportabler Internetzugang, weil es immer noch schwierig ist, in unserem Haus am Ende des Dorfes einen passablen Internetzugang per Festnetzanbieter herzustellen? In beiden Fällen sollte ich mir nicht anmaßen, mich auch nur bruchstückhaft anzunähern an das Wahre und Wesentliche, das sich vor unser aller Augen verbirgt. Im Gegenteil. Es verschwindet tagtäglich mit dem letzten Sonnenstrahl hinter der übernächsten Bergkuppe.

3 Nelly Sachs sucht Asyl im Krankenhaus. Hier findet sie die notwendige Ruhe und Konzentration zum Schreiben. Die ist außerhalb der geschlossenen Mauern nur mit großem Aufwand zu kriegen, meint eine Kollegin.

4 Kauf Dir doch bitte einen Hund, sagt mein Supervisor zu mir, und nutze die Nacht für ausgedehnte Spaziergänge!

5 Atmen. Schauen. Schreiben. Warten.

 

 

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