Rasten

1
Auch wenn man es mir nicht ansieht, bin ich ab und zu gerne in großer Gesellschaft. Vor allem singe ich gerne. Das Gegenteil wäre: Bedrückt sein von einem Gefühl der Unbeteiligtheit, des Zurückbleibens, von zerbrochenem Hausrat. So wie die Vase, die mir heute zu Boden gefallen ist und nun in Scherben vor mir liegt.
2
Er erwähnt, dass die Kinder ihn und seine Frau als sehr alt einstufen. Das bedeutet, als nicht mehr ganz zurechnungsfähig und belastbar. Auch das selbständige Denken trauen sie einem nicht mehr zu, die Kinder. Der Sohn fragte unlängst: „Wie lange möchtet ihr denn noch im Geschäft stehen?“ Seine Frau antwortete: “Bis ich tot bin“ Danach herrschte einmal kurzes Schweigen. So geht altersmilde!
3
Könnten meine regelmäßigen Kopfschmerzen möglicherweise nicht auf meinen sehr dezenten Alkoholkonsum, sondern auf eine stetige Alltagsanspannung zurückzuführen sein, der ich nicht mehr gewachsen bin? Das würde mich beruhigen. Ganz auf Alkohol zu verzichten, gefällt mir gar nicht. Ich werde an meiner Entspannung arbeiten!
4
Renovierungsarbeiten an ausgewählten Körperteilen vornehmen.
5
Was allen Menschen gemeinsam ist: Sie erzählen gerne von ihrem Leben, gerne auch sehr detailliert, überwältigt vom Interesse eines anderen und in der Hoffnung auf Verständnis für ihre Sicht der Dinge.
Niemand ist im Besitz der Wahrheit, sondern auf der Suche danach. Diese Suche ist immer das Werk Vieler, die versuchen, nicht in die Irre zu gehen.









