Festtag

1
Ein langsamer Festtag. Langsam in einen Festtag kommen, wie damals im 18. Jahrhundert. Ja, wie war das damals, und für wen galt damals ein solcher Festtag?

2
Auch ich sehne mich manches Mal nach so richtig gemütlichem Beisammensein. Einmal die Woche reicht allerdings. Alles andere wäre Weltflucht.

3
Mich in meinen liebevoll gepflegten Lebenslügen verstricken und es gut sein lassen.

4
Aus einer einzigen Szene eine ganze Welt entstehen lassen.

5
Es mit der Selbstverwirklichung doch weniger ernst nehmen.

6
Das existenzielle Ganze betrachten.

7
Den Reichtum sehen, der ohnehin schon da ist.

8
Nichts Lebendiges zerstören.

9
Radikal aufmerksam sein. Zuhören. Nicht sofort die eigene Geschichte dazulegen. Zwischen den Zeilen lesen. Wer beim Zuhören daran denkt, dass er zuhört, hört nicht zu. In diese Falle tappe ich regelmäßig.

10
Mich ganz einer Sache widmen.

11
Dir.

12
Im Geheimen Großes leisten und es nie und nimmer jemandem zeigen.

13
Wir hören zur Feier des Tages Ö1. Es werden nordische Lieder gespielt. Die meisten davon stammen aus Finnland, aus dem hohen Norden, wo noch Samen leben. Eines davon berührt mich besonders. Es wurde für einen Bären, einen Marder und einen Fuchs komponiert.

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