Fleisch

1
Die Tante tischt Wurstbrote auf und reicht mir armenischen Granatapfelwein dazu.
2
Ganz, ganz viele rohe Eier zerschlagen! Am besten auf dem Körper einer geliebten Person.
3
Mein Besuch bei ihr fällt frisch und belebend aus. Sie berichtet von ein paar gescheiterten psychotherapeutischen Begleitungen: „Bitte stell dir niemanden vor“, so beginnt sie ihre Erzählung. Das bewirkt natürlich das Gegenteil bei mir, aber zum Glück fällt mir niemand ein. „Die Mutter meiner Klientin schaut mich nicht mehr an. Dabei hatte ich nur von einer Analyse abgeraten, da diese zu lange dauern würde und dass es einfachere Methoden der Bewältigung gäbe …“
Sie erzählt von einem Lehrmeister, der ihr beim gemeinsamen Mittagessen selbst wie ein von einer Manie geplagter Mensch vorkam. Als sie ihm das rückmeldet, meint dieser bloß: „Ja, manisch, das bin ich schon lange, ich habe nur vergessen, die Medikamente zu nehmen!“
Sie erzählt vom Café Savoy, das untertags zwar plüschig daherkommt aber dezent freundlich im Umgang mit den Gästen ist. Am Abend wird aus dem Café eine Schwulenbar. Sie und ihr Liebhaber wurden von der diensthabenden Oberkellnerin gefragt: „Wie lange seid ihr schon zusammen? Es ist so schön, euch zuzuschauen!“ Das tat der Liebhaberin gut!
4
Nur wenn man vergisst, kann man neu beginnen …