Dazwischen II

1
Die kostbare Möglichkeit eines letzten Gesprächs.
2
„Ich bin dankbar, dass ich auf mein Herz gehört habe und gestern noch bei ihm war.“
3
Die Camera Obscura liegt vor mir auf dem Tisch. Ich muss noch ein sehr leichtes und sehr dunkles Tuch suchen, um sie im Freien abzudecken. Die Aufnahmen, die man damit machen kann, wirken wie aus einem Traum gestanzt.
4
Und dann liegen da auch noch an die 30 Foto-Porträts von mir auf dem Tisch. Alle sind in elfenbeinfarbene Passpartouts gesteckt. Mich selbst in diesen unterschiedlichen Weisen zu erkennen, erfüllt mich mit warmer Zufriedenheit.
5
Die Zeit reicht nicht aus – niemals, der Tag, an dem ich endlich alles im Griff habe, wird nie kommen. Ich warte auf die Pause zwischen zwei Gedanken, während ich am Fenster sitze und in den Himmel starre. In dieser Lücke ruhe ich mich aus.
6
Ich höre den Ratschlag: „Wenn Ihr Partner nach Hause kommt, unterbrechen Sie für 20 Sekunden alles, was Sie gerade tun, begrüßen Sie ihn und schenken Sie ihm für ein paar Minuten Ihre ungeteilte Aufmerksamkeit.“ Ob ihm das taugt, frage ich mich.
7
„Schreibst du Tagebuch?“
„Nein, ich merk mir das alles!“